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E-Sport boomt weiter – und konfrontiert jetzt auch die Gamer mit der Doping-Problematik
Jetzt ist es also so weit: Auch professionelle E-Sportler stehen mittlerweile unter Doping-Verdacht. Die E-Sport-Liga Electronic Sports League kooperiert daher ab sofort mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur, denn immer mehr Zocker greifen zu verbotenen Substanzen. Und das soll jetzt durch regelmäßige Kontrollen eingedämmt werden.
Zunehmend Stress, Leistungsdruck und Nervosität lässt immer mehr E-Sportler mittlerweile zu Doping-Mitteln greifen – und das leider nicht nur virtuell. In letzter Zeit haben die Fälle bei professionellen Gamern derart zugenommen, dass die ESL jetzt reagiert hat: Über eine Kooperation mit der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) sollen schon bald regelmäßige Kontrollen der Spieler in der Gaming-Szene stattfinden. Eigentlich verschreibungspflichtige Substanzen, etwa zur Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, werden von immer mehr E-Sportlern missbraucht. Die Gefahren von oft starken Nebenwirkungen und Abhängigkeiten unterschätzen viele Gamer bewusst oder aus Unwissenheit. Bereits im August wird die E-Sport-Liga daher bei einem „Counter-Strike“-Turnier in der Kölner Lanxess Arena Spieler nach dem Zufallsprinzip kontrollieren – über Hauttests. Künftig sollen dann bei größeren und von der ESL veranstalteten E-Sport-Events regelmäßig Dopingtests durchgeführt werden.

Was treibt die Profi-Spieler an ihren Rechnern dazu, sich den Gefahren des unerlaubten Dopings auszusetzen? Genau wie bei realen Sportarten wächst auch bei professionellen E-Sportlern der Druck kontinuierlich – und es geht dabei um viel Geld. Die E-Sport-Szene hat sich in den letzten Jahren explosionsartig entwickelt. Meist werden die Turniere über das Netz mittlerweile von mehreren Millionen Usern per Live-Stream verfolgt. Und das baut Druck bei den Spielern auf. Zudem haben viele der Gamer eigene Sponsoren, die natürlich auch Erfolge erwarten. Da bewirken reine Alkohol- und Drogen-Verbote der ESL während der Gaming-Sessions oft wenig. Dementsprechend soll fortan ein Anti-Doping-Regelwerk entstehen. Nach Europa will man auch die Gaming-Szenen in den USA, in Asien und Australien für die Dopingproblematik im E-Sport sensibilisieren – dann in einer globalen in Zusammenarbeit mit der World Anti-Doping-Agentur.

Wird sich als nächstes auch die Spieleindustrie mit der Doping-Problematik auseinandersetzen müssen? Beim „League of Legends“-Publisher Riot Games sieht man dafür zumindest derzeit noch keinen Handlungsbedarf. In einer öffentlichen Stellungnahme des Herstellers heisst es: „Wir haben keine unmittelbaren Pläne, ebenfalls Drogentests einzuführen. Unser Ziel ist es aber, mit künftigen Maßnahmen die Gesundheit der professionellen Spieler in den Vordergrund zu stellen, zusätzlich zum Schutz der Integrität der Wettbewerbe.“