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EU will Roaming-Gebühren jetzt doch noch abschaffen – in zwei Jahren
Ein Hin und Her bei den Roaming-Gebühren: Erst sollten sie 2016 definitiv abgeschafft werden, dann wurde das Vorhaben von der Europäischen Union wieder zurückgenommen. Stattdessen wollte man nur neue, verbilligte Tarife einführen. Jetzt wieder eine Kehrtwende. Diesmal aber scheint zumindest ab dem Jahr 2017 tatsächlich das von Verbrauchern lang ersehnte Aus der Aufschläge besiegelt.
Jetzt also doch noch: Das Europaparlament und die EU-Staaten haben sich auf eine Abschaffung der ungeliebten Roaming-Gebühren verständigt – auch wenn das Aus später kommt als ursprünglich mal geplant. Denn eigentlich war das Ende der Gebühren für Sommer 2016 anvisiert. Immerhin bleibt es nun doch bei den Abschaffungsvorhaben, die Verbraucher werden aber erst ab 2017 entlastet. Als First Step will die EU die Aufschläge bereits ab dem 30. April 2016 absenken. Die abgehenden Anrufe bei Telefonaten im EU-Ausland kosten dann einheitlich nur noch 5 Cent pro Minute – und damit 14 Cent weniger als derzeit. Lediglich für eingehende Anrufe gilt schon jetzt das 5 Cent-Limit. Auch das SMS-Schreiben wird ab 30. April 2016 billiger: Die Verbraucher müssen dann statt 6 Cent pro SMS nur noch 2 Cent bezahlen. Auf 5 Cent (zuzüglich Mehrwertsteuer) wird dann jedes Daten-Megabyte beschränkt – eine Verbilligung um 15 Cent im Vergleich zu den heutigen Kosten.

Auch wenn die Roaming-Gebühren nun wohl 2017 endgültig wegfallen, erlaubt die EU auch danach noch Einschränkungen seitens der Anbieter sofern User im EU-Ausland nicht nur gelegentlich auf Reisen mobil telefonieren, surfen oder SMS verschicken, sondern dies regelmäßig tun. Die so entstehenden Mehrkosten sollen die Unternehmen auch weiterhin abrechnen dürfen.

Die EU und das Europaparlament haben auch beim nach wie vor umstrittenen Thema Netzneutralität eine Einigung erzielt. Demnach müssen Internetprovider und Telekommunikationsunternehmen die Datenpakete der User künftig gleichbehandelt durch ihre Netze schicken. Eine Einschränkung bzw. Bevorzugung in Bezug auf Dateninhalte oder den Ursprung der Daten soll es nicht mehr geben. Demnach soll es nur noch in Ausnahmefällen erlaubt werden, etwa bei Cyberattacken, dass Inhalte gedrosselt oder sogar blockiert werden können. Sicherlich Schritte in die richtige Richtung, allerdings handelt es hierbei bislang noch um einen sogenannten informellen Kompromiss – der erst endgültig in Kraft treten kann, wenn die EU-Staaten und das Parlament die Grundsatzeinigung offiziell bestätigt haben.