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Samsung entwickelt neue Technik zur Verdoppelung der Akkuleistung
Dauerthema Akkuleistung bei Smartphones und Tablets: Jetzt widmet sich Samsung wieder dem Problem der zu geringen Speicherkapazität bei Smartphones und Tablets und will mit einer neu entwickelten Technik die Leistung von Lithium-Ionen-Akkus um den Faktor 1,8 erhöhen – dabei setzt der Hersteller voll auf Silizium.
Mit der Entwicklung neuer Akkus will jetzt auch Samsung einmal mehr dem Problem der für die meisten User zu kurzen Energiespeicherkapazitäten bei mobilen Devices begegnen. Der Hersteller versucht für eine nahezu Verdopplung der Akkuleistung bei gleicher Größe der Speicherzellen Silizium anstelle von Graphit für die Anoden einzusetzen – ein Ansatz, den allerdings auch andere Hersteller bereits verfolgen. Samsung gibt jedoch zusätzlich an, endlich eine Lösung gegen das Ausdehnen bzw. Zusammenziehen von Silizium-Anoden beim Laden bzw. Entladen gefunden zu haben. Durch eine direkte Anlagerung von Graphen in Lagen der Silizium-Anoden will der koreanische Konzern eine kontrollierte Ausweitung des Siliziums erreicht haben. Als Graphen wird die Modifikation von zweidimensionalem Kohlenstoff bezeichnet, bei der ein Kohlenstoffatom in einem Winkel von 120° von drei weiteren umgeben wird. Laut einem Forschungsbericht von Samsung sollen sich bei den Versuchen „die an der Silizium-Oberfläche verankerten Graphen-Lagen an die Ausdehnung des Siliziums angepasst“ haben.

Laut Samsung wird durch die neue Technik bei einer vollgeladenen Batteriezelle eine Energiedichte von 972 Wh beim ersten Ladezyklus erreicht. Zwar verringerte sich in Tests die Energiedichte nach 200 Ladezyklen auf 700 Wh, doch auch das entspräche noch immer einer Steigerung um etwa 50 Prozent gegenüber den bislang verwendeten Lithium-Ionen-Akkus.

Samsung räumt aber auch ein, dass die erzielte Leistungssteigerung bei den Stromspeichern bislang nur unter Laborbedingungen funktioniert und somit derzeit noch nicht für eine Massenproduktion anwendbar ist. Wenn die höhere Energiedichte aber für mehr Ladezyklen erhalten werden kann, würde dies tatsächlich die Akku-Technologie revolutionieren. Einer zügigen Nutzung der Silizium-Stromspeicher für die entsprechenden Geräte oder sogar in Elektrofahrzeugen stünde dann nichts mehr im Wege.