Die Geschichte des Cinemascope-Formats
Die Geschichte des Breitwandverfahrens Cinemascope geht imgrunde bis in das Jahr 1927 zurück, als Professor Henri Chrétien die Grundlagen des Anamorphoskop entwickelt hatte. Das Hollywood-Studio Twentieth Century Fox hat das Verfahren 1952 erworben. Ziel war es einerseits, mit dem Breitbild der stetig zunehmenden Konkurrenz des Fernsehens eine Technik entgegenzusetzen, die den Filmtheatern vorbehalten war. Andererseits positionierte sich die Fox damit auch gegen andere Hollywood-Studios, die sich etwa mit dem Breitbildverfahren Cinerama oder auch der wiederaufflammenden Idee von 3D-Projektionen Marktanteile sichern wollten. Mit dem auf den Namen Cinemascope getauften System etablierte Twentieth Century Fox ihr anamorphotisches Verfahren der Breitbildaufzeichnung und Wiedergabe. Der Erfolg des Standards basiert unter anderem auf der Möglichkeit, mit relativ einfachen Mittel und Kosten auf Basis des üblichen 35-mm-Films Kinoproduktionen in bestechender Qualität herzustellen. Vorhandene Filmprojektoren konnten von den Kinos weiterverwendet werden, der Linse musste lediglich ein Anamorphoskop vorgesetzt werden. Natürlich musste man aber auch neue Leinwände anbringen um das Wiedergabeformat von 2,55:1 (das später auf 2,35:1 bzw. 2,40:1 reduziert wurde) projizieren zu können. Als ein Filmereignis, das man „plastisch ohne 3D-Brille“ erleben konnte, kündigte die Fox mit dem Monumentalepos „The Robe“ („Das Gewand“) den ersten abendfüllenden Spielfilm im Cinemascope-Format an, der am 16. September 1953 in New York Premiere feierte. Im TV-Bereich baute fast 60 Jahre später zunächst Philips erste Fernsehgeräte im 21:9-Format, das in etwa dem Cinemascope-Bildverhältnis entspricht. 21:9-Curved TVs nahmen dann sogar das Prinzip der konkav gebogenen Leinwand für die Heimkinos auf und ermöglichen damit zuhause ein Breitbilderlebnis wie es bis dato den großen Kinos vorbehalten war.