REVIEW
Trip ins viktorianische London: Die Blu-ray von „Sherlock – Die Braut des Grauens“ im Blickfeld
Benedict Cumberbatch und Martin Freeman sind zurück in einem opulent ausgestatteten Spielfilm-Special um Meisterdetektiv Sherlock Holmes und seinen treuen Gehilfen Dr. Watson. Wie sich die Blu-ray Disc um den mysteriösen Fall der Emelia Ricoletti, auch bekannt als die „Braut des Grauens“, in den technischen Parametern und beim Bonusmaterial schlägt, erfahren Sie hier.
Der Film
London im Jahr 1895: Sherlock Holmes und Dr. Watson bekommen Besuch von Inspektor Lestrade, der im Auftrag von Scotland Yard im Fall der Emelia Ricoletti ermittelt. Die soll in einem Hochzeitskleid von einem Balkon aus wahllos mit zwei Pistolen in die Menge gefeuert und anschließend Selbstmord begangen haben. Allerdings behaupten mehrere Zeugen, sie hätten die ominöse Dame nur wenige Stunden später dabei beobachtet, wie sie einer Kutsche entstieg, um ihren eigenen Mann zu töten. War eine Doppelgängerin am Werk? Oder gar der Geist der Ricoletti? Ein Fall, den eigentlich nur Holmes und Watson lösen können...

Das Bild
Fans der überaus erfolgreichen BBC-Serie „Sherlock“ werden sofort die differenziert positionierte optische Grundstimmung dieses Specials erkennen. Doch auch bei dem deutlich dunkler gehaltenen Bild ist die Schärfe, wie schon bei der Serie, auf einem extrem hohen Niveau und bietet praktisch keinerlei Anlass für Kritik. Die Farbgebung bietet ein gewollt colorierts Bild, das sich ebenfalls von den zurückgenommenen Pastellfarben der Serie deutlich unterscheidet. Die Kompression leistet sich keine Fehler und auch von Bildrauschen ist nichts zu sehen. Der Schwarzwert ist wie die gesamte Kontrastpalette nahezu perfekt. Insgesamt liefert Polyband hier einen hochwertigen visuellen Transfer ab, der auf der ganzen Linie punkten kann.

Der Sound
Sowohl die deutsche Tonspur wie auch der englische Original-Track von „Sherlock – Die Braut des Grauens“ liegen auf der Blu-ray in verlustfreiem DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Immer wieder wartet der Soundtrack mit exakt positionierten Surround-Effekten auf, etwa bei der Rundum-Geisterstimme der Emelia Ricoletti. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich und werden von dem dennoch stets präsenten Musik-Score nie überlagert. Die Audio-Abmischung ist damit ähnlich dem Bild auf einem Level, auf dem es nichts wirklich Nennenswertes auszusetzen gibt.

Die Extras
Knapp eineinhalb Stunden läuft das Bonusmaterial insgesamt. Erstaunlich, was der Independet für die Blu-ray-Veröffentlichung alles aufbietet: So gewähren die beiden jeweils ca. 30 Minuten langen Featurettes „Mark Gatiss: A Study in Sherlock“ und „Creating the Look: 8 Inside Looks at how this unique Special was created“ Einblicke in die Produktion und Hintergründe des Films. Als weitere Kurz-Featurettes lassen sich die Beiträge „Mark Gatiss: Production Diary“ und „Writer’s Interview“ anwählen. Weitere Background-Informationen erhält der geneigte Zuschauer in dem etwa 20 Minuten langen Special „The Creators of Sherlock answer Questions from Sherlock’s #1 Fan Site“. Alle Extras liegen in HD vor. Neben einer Trailershow wird auch noch ein 12-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen und Bildern geboten. Das wie immer störende FSK-Logo auf der Frontseite des schicken Schubers lässt sich zum Glück problemlos ablösen. Da ist es umso mehr schade, dass das Cover der Innenhülle unsinnigerweise von einem weiteren und diesmal aufgedruckten FSK-Logo verschandelt wird – ohne dass Polyband hier für Sammler ein Wendecover spendiert hätte.