REVIEW
Das große Erdbeben als neue Bild- und Tonreferenz: „San Andreas“ auf Blu-ray 3D
In Kalifornien kommt es am San Andreas-Graben zu einem gigantischen Erdbeben. In dieser Situation versuchen sich ein Helikopter-Rettungspilot und seine Noch-Ehefrau gemeinsam von Los Angeles nach San Francisco durchzuschlagen, um ihre Tochter zu finden... Die 3D-Blu-ray des von Brad Peyton inszenierten Katastrophen-Actioners haben wir in allen technischen Parametern ganz genau unter die Lupe genommen.
Der Film
Ach, wenn die Dramaturgen dieses Films doch genau so gut gearbeitet hätten wie die Special-Effects-Leute – was hätte „San Andreas“ für ein großer Film werden können. So bleibt „nur“ ein gewaltiges Stück Popcorn-Kino mit Effekten, wie man sie so in einem Katastrophenfilm wohl noch nie gesehen hat. Erstaunlich, was in den sechs Jahren seit Roland Emmerichs damaligem Non-plus-ultra-Effektegewitter „2012“ schon wieder für tricktechnische Fortschritte gemacht wurden. Und so bleibt „San Andreas“ das, was er wohl auch nur sein wollte: Beste Kinounterhaltung ohne Tiefgang und ohne nennenswerte darstellerischer Leistungen, dafür mit stereotypen Charaktären und – ein State-of-the-art teils unglaublicher CGI-Effekte.

Das Bild
Die Bildqualität der 2D-Blu-ray ist makellos und glänzt mit absoluten Referenzwerten. Das liegt nicht zuletzt an dem digitalen Ausgangsmaterial, gedreht mit Arri Alexa XT Kameras, die für hervorragende Schärfewerte sorgen und natürlich jede denkbare Art von Bildfehlern gar nicht erst aufkommen lassen. Außerdem bietet die Blu-ray von Warner kräftige Farben und eine sehr gute Durchzeichnung. Auch die Kompression arbeitet unauffällig im Hintergrund und gibt keinen Anlass für Kritik. Nicht ganz so perfekt, aber immer noch auf einem hohen Niveau, präsentiert sich der Katastrophen-Thriller in 3D. Dass es ein wenig an Tiefe mangelt und Pop-out-Effekte nur ganz vereinzelt auftreten, ist der Tatsache geschuldet, dass „San Andreas“ nicht in RealD gedreht, sondern nachträglich stereoskopisch nachkonvertiert wurde. Dennoch wird insgesamt noch eine gute Räumlichkeit geboten und auch die Schärfe erreicht nahezu die Werte der 2D-Variante.

Der Sound
Auch beim Ton hat sich Warner nicht lumpen lassen und spendiert der Veröffentlichung Dolby Atoms in Deutsch und Englisch. Damit erreicht die Disc auch tonal Referenzwerte. Und selbst die ebenfalls vorhandenen Dolby TrueHD 7.1- bzw. 5.1 Downmix-Spuren bringen jede Heimkinoanlage auf Touren. Schließlich besteht „San Andreas“ fast nur aus Action-Szenen und macht somit auch beim Sound so richtig Spaß.

Die Extras
Das Bonusmaterial besteht leider nur aus kurzen Featurettes, die aber wenigstens komplett in HD vorliegen. Dazu gibt es noch einen Audiokommentar von von Regisseur Brad Peyton, eine Gag Reel sowie geschnittene Szenen mit optionalem Regie-Kommentar. Auch immer wichtig: Warner hat „San Andreas“ ein Wendecover spendiert und lässt damit das unsinnige FSK-Frontlogo verschwinden.